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May 6, 2011

Foodwatch fordert Kennzeichnung aller Zutaten auf Speisekarten

(Berlin, 07. Mai 2011) Thilo Bode fährt schwere Geschütze auf: Der Chef der Berliner Lebensmittel-Verbraucherorganisation Foodwatch fordert eine Kennzeichnung aller Zutaten auf Speisekarten in der Gastronomie. „Die ungekennzeichnete Verwendung von Fertigprodukten in der Gastronomie halten wir für eine grobe Verbrauchertäuschung. Besonders weil die Kennzeichnungsregeln für die Gastronomie extrem lasch sind“, heiß es in einem aktuellen Rundschreiben von Foodwatch.

Köche sollen alle Zutaten ihrer Speisen offen legen – auch bei Convenienceprodukten, fordert Foodwatch (Foto: Sapiens/fotolia.com)

Köche sollen alle Zutaten ihrer Speisen offen legen – auch bei Convenienceprodukten, fordert Foodwatch (Foto: Sapiens/fotolia.com)

So fordert man bei Foodwatch, die Kennzeichnungsvorschriften für Lebensmittel in der Gastronomie an die Vorgaben für verpackte Lebensmittel anzupassen und dass in Restaurants und Kantinen eine vollständige Zutatenliste aller Gerichte inklusive aller verwendeten Zusatzstoffe gut sichtbar aushängt oder auf Nachfrage für den Gast einsehbar sind. Werden in der Gastronomie Convenience-Produkte verwendet, muss die komplette Zutatenliste in der Speisekarte wiedergegeben werden, heißt es in dem Mailing.

Foodwatch nimmt immer häufiger Convenienceprodukte der Lebensmittelprodukte unter die Lupe. So seien in der „Mousse Cassis“ von Nestlé keine „deklarierungspflichtigen Zusatzstoffe auf der Speisekarte“enthalten, heißt es von Foodwatch. Dafür seien „alle möglichen unappetitlichen, aber nicht deklarierungspflichtigen Zusatzstoffe- von E472b über Rindergelatine bis Xanthan – sowie Aromen in dem Chemiepudding drin.“ Oder: Das „Knorr Gemüse Bouillon pastös“ mit „vollem, ausgeprägtem Gemüsegeschmack“ bestehe in Wahrheit hauptsächlich aus Salz und Geschmacksverstärker mit einem Schuss Aroma zu ganzen sechs Prozent Gemüse. Das dies alles längst bekannt ist und trotzdem nicht den massiven Umsatzzuwachs bei Convenienceprofukten schmälert, wird von Foodwatch nicht betont.

Foodwatch (Slogan „Die Essensretter“) startete nun eine Kampagne mit dem Titel „Klarheit auf Speisekarten“. Bislang haben über 6.700 Menschen ihre Unterstützung bekundet.

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