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June 4, 2010

Hoteldirektorenvereinigung: Entlassungs- und Insolvenzwelle bei Wieder-Anhebung der Mehrwertsteuer befürchtet

(Bad Honnef, 05. Juni 2010) Die Debatte zur Wieder-Anhebung des Mehrwertsteuersatzes im Hotelgewerbe führt bei der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V. (HDV) zu ernsthafter Besorgnis. Grund: Zahlreiche Betriebe haben die freigewordenen Gelder bereits in Neueinstellungen, Renovierungen und Neuanschaffungen investiert. HDV-Präsident Alexander Aisenbrey fordert die Bundesregierung vor der Klausur am Wochenende zur Einhaltung von Verträgen und zur Gewährung von Planungssicherheit auf.

Die zu Jahresbeginn in Kraft getretene Absenkung der Mehrwertsteuer für Hoteliers zeigte schnell ihre positive Wirkung. Laut einer Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA gab jedes dritte Haus die Steuererleichterung direkt an den Gast weiter und senkte die Übernachtungspreise um durchschnittlich 6,5 Prozent. „Darüber hinaus haben viele Betriebe kräftig in Renovierungsmaßnahmen und Neuanschaffungen investiert, neues Personal eingestellt und zusätzliche Ausbildungsstellen geschafffen. All das ist geschehen, weil wir auf die Regierung und den bestehenden Koalitionsvertrag vertraut haben,“ erklärt HDV-Präsident Alexander Aisenbrey. „Doch bereits die Debatte über eine erneute Anhebung der Mehrwertsteuer sorgt für breite Verunsicherung innerhalb der Branche. Zahlreiche Angestellte fürchten um ihren Arbeitsplatz.“

Gerade ländliche Gegenden, in denen die Hotellerie imagebildend für die gesamte Region wirkt und zugleich den Kern der regionalen Wirtschaftskraft ausmacht, hätten massiv unter einer Kehrtwende zu leiden. „Die Planungen für 2010 sind bereits abgeschlossen, die Aufträge sind vergeben. Wer in dieser Situation plötzlich die Steuer um zwölf Prozentpunkte anhebt, bringt grade mutige und investitionsfreudige Hoteliers und ihre Mitarbeiter in ernsthafte Schwierigkeiten“, so Aisenbrey. Besonders prekär sei die Lage in grenznahen Gebieten, da z. B. in Frankreich (5,5 Prozent) und Österreich (10 Prozent) nach wie vor reduzierte Mehrwertsteuersätze gelten würden. „Ich warne eindringlich vor der erneuten Rückkehr zum unfairen Wettbewerb im Hotelgewerbe und fordere die Regierung dazu auf, den Koalitionsvertrag einzuhalten und für Planungssicherheit zu sorgen.

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