Close

November 18, 2011

Hotelmarketing-Studie: hrs.de und booking.com weiterhin führend bei Online-Zimmerbuchungen

(Hamburg, 18. November 2011) Ohne hrs.de und booking.com geht offenbar nichts: 43 Prozent der Hotels verzeichneten im vergangenen Jahr die meisten Zimmerbuchungen über Portale wie hrs.de, hotel.de und booking.com. Dabei brachten die beiden Top-Buchungsportale hrs.de und booking.com gleichermaßen (jeweils in 40% der befragten Hotels) die meisten Logisumsätze. Dies ist Ergebnis einer breit angelegten Befragung von “Top hotel” unter über hundert Hotels in Deutschland.

Die eigene Hotel-Website hinkt beim Rennen um die Onlinebuchungen noch immer hinterher. Lediglich bei 34 Prozent der befragten Hotels werden auf der eigenem Homepage mehr Buchungen als bei Portalen oder CRS und GDS erzielt. Über die eigene Webpräsenz werden bei den meisten Hotels bis maximal 25 Prozent aller Buchungen generiert; bis zu zehn Prozent in rund einem Fünftel der Hotels. Immerhin gaben neun Prozent der befragten Hotels an, mehr als die Hälfte aller im vergangenen Jahr erfolgten Buchungen über die eigene Website erzielt zu haben.

Somit stehen Verbesserungen an der Hotel-Website bei den meisten Hotels an. 79 Prozent der Häuser setzen Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung laufend um. 77 Prozent setzen auf aktives Suchmaschinenmarketing, u.a. mit Textanzeigen bei Google. Für 63 Prozent ist ein Relaunch der Website oberste Aufgabe. Und über 86 Prozent aktualisieren die eigene Hotel-Website regelmäßig, zum Beispiel mit gastronomischen Angeboten und Logis-Arrangements. Upload von Videos ist bei 47 Prozent ein wichtiges Thema; rund 53 Prozent zögern dies noch hinaus.

Bei den Buchungsriesen hrs.de wird das Preis/Leistungsverhältnis (Leistung vs. Provision) von den meisten Hotels (34%) mit einer durchschnittlichen Drei bewertet. Ähnlich fällt das Ergebnis bei hotel.de (gehört ja nun mehrheitlich zu hrs.de) und booking.com aus. Expedia.de und das Schwesterportal hotels.com bekommen schlechtere Leistungsbewertungen.

Hotelbewertungen bringen Mehr- und Nutzwerte
Hotelbewertungen gehören zum täglich Brot der Betriebe. Über 43 Prozent der befragten Häuser checken jeden Tag die Gästerezensionen. Rund ein Drittel tut sich immerhin mehrmals pro Woche und immerhin knapp 14 Prozent einmal wöchentlich. Professionelle Monitorinsystem wie trustyou.com sind immer stärker gefragt: Dabei nutzt knapp die Hälfte der Hotels ein solches Webtool. Die positiven wie negativen Gästebewertungen werden umgehend analysiert und im Team eigehend besprochen (79%). Kam es zu einer harschen Gästekritik, greifen die meisten Hoteliers zum Hörer und versuchen den Gast dazu persönlich zu sprechen (65%). Über 60 Prozent der Hotels versuchen auch, eine Stellungnahme zur Gästekritik im betreffenden Bewertungsportal zu veröffentlichen.

 

Die Bedeutung von Gästebewertungen für das Hotelmarketing wird überwiegend positiv beurteilt. Dass dadurch Mehrwerte für’s Hotel entstehen, sehen 44 Prozent der Hoteliers zumindest teilweise auch so. Ganz klar erkannt ist die Bedeutung von Onlinerezensionen für das eigene Qualitätsmanagement (71% stimmen dem zu). Mehr als die Hälfte der Hoteliers ziehen aus den Gästekritiken konkrete Analysen und Maßnahmen, um Schwachstellen in Service und Qualität auszumerzen. Und über 46 Prozent meinen sogar, die Bewertungsportalen seien grundsätzlich gut für das Hotelmarketing. Klare Ablehung herrscht dagegen bei den kommerziellen Angeboten von holidaycheck.de & Co: 72 Prozent der Hotels lehnen die Vermittlung von Zimmerbuchungen auf Provisionsbasis ist. Aber: 22 Prozent der Hotels setzen auf diesen Buchungskanal.

Social Media fester Bestandteil im Hotelmarketing
Bei den Social Media stechen facebook.com (wird von 91% der Hotels genutzt) und das Videportal youtube.com (56%) heraus. Der Kurznachrichtendienst twitter.com wird dagegen nur von rund 45 Prozent der Hotels aktiv eingesetzt. Beim Kosten-Nutzen-Effekt bekommt facebook.com die besten Bewertungen: Über 58 Prozent erkennen einen hohen Nutzen bei überschaubaren Aufwendungen als Zeit und Geld. Gerade die Netzwerkplattform facebook.com biete nützliche Möglichkeiten zum direkten Gäste-Kontakt (44% der Hotels sehen dies als „sehr wichtig“ an), zum Dialog mit Gästen (49%) und sogar sich ein Stück weiter unabhängig von Buchungsportalen (34%) und Bewertungsportalen (25%) zu machen. Allerdings sehen über 57 Prozent der befragten Hoteliers den hohen Zeitaufwand bei der redaktionellen Pflege von facebook.com kritisch. Knapp die Hälfte (49%) beklagt das noch zu geringe Buchungsaufkommen auf facebook.com.

 

2 Comments on “Hotelmarketing-Studie: hrs.de und booking.com weiterhin führend bei Online-Zimmerbuchungen

Erik E. Schürmann
December 7, 2011 at 10:25 am

Das Zwischenfazit “Somit stehen Verbesserungen an der Hotel-Website bei den meisten Hotels an.” kann ich so nicht unkommentiert stehen lassen! Denn dafür ist die Bandbreite vieler Hotels zu groß.

Tagungs- und businesslastige Hotels werden sich z.B. bei der Generierung von Direktbuchungen über die eigene Website sicherlich schwerer tun, als touristisch ausgerichtete Häuser?

“Tagungen” sind z.B. – Stand heute – nicht annähernd 100% über eine entsprechende Online-Buchung abbildbar! Dafür ist das Geschäft oftmals zu individuell.

Bei Geschäftsreisen gibt es andererseits viele Firmen, deren “interne Prozesse” nicht unbedingt die Hotel-Website berücksichtigen!

Und es wird auch Unterschiede geben zwischen den großen Hotelketten, mit bekannten Namen und entsprechendem Budget, auf der einen Seite und den “Kleinen” der Hotelbranche. Als Steigenberger, Hilton oder Kempinski werde ich sicherlich sehr oft ganz gezielt gesucht und gebucht. Als “unbekannter” Player oder kleines Hotel ist es dagegen sehr schwer, sich die Buchungen “nur über Google” und “nicht über HRS” zu holen.

Das sollte man alles auch bedenken, bevor man voreilige Schlüsse zieht. Es liegt daher sicherlich nicht immer, einzig und alleine am “Nachholbedarf” der eigenen Website… 😉

Diese Diagnose halte ich für zu einfach.

Reply

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *