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December 19, 2010

Hotrec: Mehr Fairness bei Hotel-Buchungsportalen gefordert

(Brüssel, 20. Dezember 2010) Die Hotel-Buchungsportale setzen ihre Hotelpartner zunehmend unter Druck. Aktuell ist eine Verschlimmerung der Lage zu beobachten:  Die Zahl relevanter Online-Buchungsportale (Online Travel Agents – OTA) sinkt weiterhin und damit verstärkt sich die Tendenz zu engen Oligopolen mit Auswirkungen auf die zugrundeliegenden Geschäftsbedingungen. Aus diesem Grund veröffentlichte der europäische Hotel-Dachverband Hotrec nun ein Arbeitspapier mit „20 Eckpunkten fairen Verhaltens von Hotel-Buchungsportalen” aus Sicht der Hotellerie, um ein allgemeines Bewusstsein für diese Thematik zu schaffen und eine breite Fachdiskussion innerhalb der Branche anzustoßen:

1.    Raten-, Vertriebs- und Produkthoheit verbleibt beim Hotel
2.    Keine ungenehmigte Nutzung von Hotelmarken z.B. für Suchmaschinenmarketing (SEM), Domainnamen (Grabbing) und andere Formen des Online-Marketings
3.    Zumindest monatliche Aktualisierung von Bildern, Logos, Inhalten, Hotelnamen und Beschreibungen, die seitens des Hotels zur Verfügung gestellt werden
4.    Kein verpflichtender Zugriff auf sämtliche Hotel-Angebote (kein “full content”)
5.    Keine Mindestverfügbarkeit oder “Verfügbarkeit des letzten Zimmers”
6.    (Last Room Availability – LRA)
7.    Keine verpflichtende Verfügbarkeitsparität
8.    Keine verpflichtende Ratenparität
9.    Keine intransparenten Auktionsmodelle mit Einfluss auf die Positionierung in den Ergebnislisten der Hotel-Buchungsportale (“Biasing”)
10.    Keine automatische Wiederauffüllung von Zimmerkontingenten jenseits der Kontrolle durch das Hotel (“Auto-Replenishment”)
11.    Preisklarheit und -wahrheit beim Suchmaschinenmarketing (SEM)
12.    Keine Einflussnahme auf Hotelprodukte durch unautorisierte Darstellung auf Auktionsportalen (z.B. Katalogkopien)
13.    Angemessene Reaktionszeit für monatliche Überprüfung der “No-Shows” und Stornierungen
14.    Keine Provisionszahlungen für “No-Shows”, stornierte Buchungen, Steuern oder nicht im Voraus gebuchte Leistungen
15.    Meta-Suchmaschinen sollten Hotel-Homepages einbeziehen und sie gleichberechtigt darstellen
16.    Zusammenarbeit mit qualifizierten Channel-Management Systemen
17.    Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses muss über alle Vertriebskanäle eine verbindliche Einigung erzielt sein
18.    Keine Veranstalter-Raten zur Paketierung (“rooms only”) frei im Internet verfügbar
19.    Sofern möglich wird die offizielle Sterneklassifizierung des Hotels angezeigt, eine Suchmöglichkeit nach Hotelsternen wird angeboten
20.    Sofern Hotelbewertungen eingebunden werden, finden Hotrec’s “10 Prinzipien” Anwendung
21.    Bezeichnungen der Beherbergungskategorien entsprechen der Terminologienorm EN ISO 18513

One Comment on “Hotrec: Mehr Fairness bei Hotel-Buchungsportalen gefordert

Kevin
December 20, 2010 at 4:21 pm

Ich bin ja heilfroh nicht mehr in der Hotelbranche zu arbeiten, aber die Bedingungen waren vor 5 Jahren schon hart und es sieht nciht danach aus, dass sich das verbessert hat. Am besten kann man weiterhin mit Stammgästen leben, die direkt buchen, da ist der Druck am geringsten und man kann noch gute Preise machen. Aber leider verkaufen sich große Ketten auch schon sehr unter Wert, um die Häuser voll zu kriegen. So was macht dann den Markt kaputt.

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