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January 23, 2012

hrs.de/hotel.de – Widerstand wächst: Immer mehr Hoteliers unterstützen „HRS-freie Woche“

(Köln/Nürnberg, 23. Januar 2012) Olaf Feuerstein steht auf: Der charismatische Hotelier und Top-Gastronom aus Göttingen (Freizeit In Unternehmensgruppe) hatte spontan zu einer „HRS-freien Woche“ aufgerufen. Auslöser ist die für 1. März angekündigte Provisionserhöhung aug 15 Prozent bei hrs.de und hotel.de. „Es gibt sehr viel Zuspruch“, freut er sich.

https://www.facebook.com/HRS.freie.Woche

https://www.facebook.com/HRS.freie.Woche

Obwohl sich etliche Hoteliers nicht öffentlich dazu äußern möchten, gebe ich große Zustimmung zu der Aktion, die dem machtvollen Kölner Hotelbuchungsportal Paroli bieten soll. Immer mehr Hotelbetreiber machen ihrem Ärger mit Onlinekommentaren Luft. Eine spontan bei facebook.com gestartete Protestseite „HRS-freie Woche“ – Urheber ist der Hotelmarketing-Experte Christoph Biallas – findet immer mehr Zuspruch; bislang haben rund 400 Nutzer ihre Zustimmung geäußert. Die „HRS-freie Woche“ könnte Anfang März stattfinden, also pünktlich mit der Provisionserhöhung. Laut AGB von hrs.de und hotel.de gilt die Zustimmung erteilt, wenn man mit dem 1. März weiter Zimmerkontingente einstellt.

Unterdessen erhöht hrs.de den Druck auf die Hotellerie weiter. Die bei der neuen Last-Minute-App „Justbook“ gelisteten Hotels wurden nun angeschrieben und um Korrektur ihrer „Raten- und Rabattstruktur“ gebeten. Grund sei eine Verletzung der „vetraglich zugesicherten Ratenparität“. Bei „Justbook“ können Tophotels ihren letzten Zimmer zu Sonderraten vermarkten. Die Listung bei der App kostet einmalig 500 Euro und eine „branchenübliche“ Provision (wir hoch diese ist, wurde noch nicht veröffentlicht).

Hrs.de stärkt unterdessen eine Marktfülle. Firmenkunden bekämen einen Sonderrabatt, wenn man über das Buchungsportal die Zimmer reserviere, klagte ein Hotelier. D.h. die „Kick-back“-Zahlung werde nicht aus der Buchungsprovision, sondern aus der mit gewissen Marktdruck gedrückten Rate finanziert. Aktuell macht hrs.de mit Schnäppchen von 49 Euro im Fünf-Sterne-Hotel von sich reden. „Computer Bild“ preist derzeit die Rabattaktion von sparwelt.de an: „Bei Hotelreservierungen bis zum 31. Mai 2012 zahlt ihr maximal 29 Euro im drei-Sterne-Hotel, maximal 39 Euro im Vier-Sterne-Hotel und nur maximal 49 Euro pro Nacht und Zimmer in einem Fünf-Sterne-Hotel.“

0 Comments on “hrs.de/hotel.de – Widerstand wächst: Immer mehr Hoteliers unterstützen „HRS-freie Woche“

Christoph Biallas
January 23, 2012 at 1:08 pm

Vielen Dank für den Artikel! Es ist schön zu sehen, wie alle beginnen an einem Strang zu ziehen. Bitte, liebe Hoteliers, unterstützt die Bewegung. Es wird Zeit, dass HRS und hotel.de verstehen, dass man so nicht mit unabhängigen Hoteliers umspringen darf. Hier geht es zur Protestseite: https://www.facebook.com/HRS.freie.Woche

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Petra Theunissen
January 23, 2012 at 1:12 pm

Wir sind dabei und wenn es sein muss auch länger. Es geht nicht, dass ein Internetportal die Herrschaft über unsere Hotels übernimmt.

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Vanessa Idel
January 23, 2012 at 5:07 pm

Hallo Herr Biallas,

wie stellen Sie sich eigentlich die Zeit nach einer solchen “HRS”-freien Woche vor, die für viele Hotels angesichts des via HRS generierten Buchungsaufkommens schlicht Unsinn ist. Wie destruktiv und künstlich vergiftet und soll die Atmosphäre denn noch werden?
Sie tun momentan wirklich alles, um die Stimmung weiter anzuheizen, anstatt Ihren Einfluss (ob Sie tatsächlich über welchen verfügen, ist mir gleichwohl nicht bekannt) zu nutzen, professionell zu vermitteln. Herrn Hennig liegen HRS kritische Worte ebenfalls sehr locker auf der Tastatur, ohne dass er freilich selbst Hotelier ist (sind Sie eigentlich einer?) und seine “Bude” voll bekommen muss. Vielleicht sollten Sie sich also etwas mehr zurück halten und die Diskussion wieder versachlichen. Denn seien wir ehrlich: Wie viele der Facebook Fans sind tatsächlich handlungsbereite und handlungsbefugte Hoteliers? Wie viele Fake-User sind darunter? Wie viele, die “einfache” Angestellte sind, oder gleich gar nichts mir der Hotelerie am Hut haben. Die (auf die ca 250 000 HRS Mitgliedshotels bezogen) paar wirklich handlungsbereiten und -befugten Hoteliers werden HRS nicht zum Ändern der AGBs zwingen können. Sie bringen sich allenfalls selbst in Schwierigkeiten, weil sie in der besagten Woche die Ratenparität nicht einhalten oder gleich alle Kanäle still legen müssen, was wie geschrieben betriebswirtschaftlicher Unsinn wäre.

Ich frage mich eher, wieso wir nicht alle die DEHOGA als Instrument nutzen, hier gute kooperative Gespräche anzustrengen und proaktiv ein Klima zu schaffen, in der solche Entscheidungen künftig im beidseitigen Konsens entstehen. Schließlich sind wir alle erwachsene Geschäftsleute, oder etwa nicht?! Herr Ragge wird schon aus Imagegründen keinen Millimeter von den getroffenen Entscheidungen abrücken, daher erübrigt sich diese Diskussion. Wir müssen daher nach vorne sehen und für die Zukunft eine bessere Diskussionskultur etablieren. Dabei werde ich die fette Kröte der 15% zu schlucken haben. Sie nicht.

Liebe Grüße, V. Idel

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Hannelore Bleumer
December 12, 2012 at 12:00 pm

Sehr geehrte Frau Idel,

gegen diese Buchungsportale hilft keine DEHOGA, da hilft nur massive Direktwerbung und das Öffnen sämtlicher anderer Vertriebswege darum herum. Es gibt bereits erste kleinere Hotels, die wegen der einfach einbehaltenen höheren Provision die Segel streichen müssen.
Also, wer noch kann: Reißleine ziehen.
Was sind schon “erwachsene Geschäftsleute”? Es handelt sich doch um knallharten Haifisch-Kapitalismus!
Vergessen Sie nicht, dass jüngere Hotelbesitzer alles noch mitbekommen und kämpfen mögen, die Älteren, die eigentlich innerhalb der Familie weitergeben wollten, geben jetzt auf, weil es zu viel “Kampf” von Ihnen verlangt.

Mit freundlichen Grüßen

H. Bleumer

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