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November 8, 2012

Internet bietet großes Potenzial für Tourismus

(Berlin, 08. November 2012) Die Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung und die Verbreitung des Internets auf die Tourismuswirtschaft war Thema im Tourismusausschuss des Deutschen Bundestags. Das Internet bietet dabei enorme Potentiale für den Wirtschaftszweig, stellten die eingeladenen Experten fest. So würden inzwischen 20 Prozent der Kunden ihren Urlaub im Internet buchen.

Laut Dirk Föste von Ruf-Jugendreisen sei diese Zahl sogar noch zu wenig. Insgesamt würden „an die 50 Prozent“ der Buchungen „unter Zuhilfenahme des Internets“ getätigt. Die unterschiedliche Altersstruktur der Kunden zeige sich hier jedoch deutlich, da das Informations- und Buchungsverhalten der unter 30-Jährigen stark durch das Internet geprägt sei, anders sei als älterer Bevölkerungsgruppen.

Prof. Dr. Adrian Freiherr von Dörnberg von der Fachhochschule Worms erklärte, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Tourismuswirtschaft hat. So käme es zu einer stetigen Verlagerung von Tätigkeiten auf den Verbraucher, zu Beispiel durch das Ausdrucken von Tickets, und zu einer Kompetenzverlagerung hin zum Kunden. Gleichzeitig jedoch sei eine „Renaissance der Reisebüros“ zu erkennen, die als „Lotsen“ bei der Auswahl der Angebote fungierten.

Carsten Fischer von der Allianz selbstständiger Reiseunternehmen (asr) wies darauf hin, dass gerade mittelständische Reisebüros hingegen immer noch wenig online tätig seien. Für die Vermarktung von Tourismusregionen biete das Internet noch Chancen, sagte Tino Richter vom Tourismusverband Sächsische Schweiz. Wenige Anbieter hätte allerdings die nötige technische Ausrüstung. Hier gebe es einen Auftrag, dies als Region voranzutreiben. Cornelia Tausch, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaft und Internationales der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbz), wies auf die teilweise komplizierten Verbraucherschutzregelungen hin. Hier gebe es eine „unübersichtliche Situation“. Benjamin Buhl von Netzvitamine GmbH erwartet zunehmende Datenmengen in der Kommunikation zwischen Anbietern und Kunden. Der Tourismus in seiner aktuellen Form komme mit den jetzigen Strukturen „nicht hinterher“.

Ein Vertreter der CDU/CSU-Fraktion erkundigte sich danach, was mit Unternehmen passiere, die sich nicht den Entwicklungen gerade im Bereich der sozialen Medien stellten. Die SPD-Fraktion fragte, ob die Experten Handlungsbedarf für das Phänomen des „domain-grabbing“ sehen. Ein Vertreter der Fraktion Die Linke wollte wissen, woran sich die Höhe der Anzahlungen für Reisen orientiere, während sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen danach erkundigte, ob durch soziale Netzwerke wie „Couchsurfing“ Gefahren für Beherbergungsbetriebe entstünden.

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