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August 30, 2012

Mittelstand bei zukünftigen Führungskräften beliebt

Gutes Betriebsklima, Arbeitsplatzsicherheit und interessante Aufgaben sind wichtigste Kriterien bei der Wahl potenzieller Arbeitgeber

(Erfurt, 30. August 2012) Wichtige Erkenntnisse im von Experten vorausgesagten „war for talents“: Ein gutes Betriebsklima, ein sicherer Arbeitsplatz und ein interessantes Aufgabengebiet – das sind die Top-3-Kriterien nach denen Studierende potenzielle Arbeitgeber auswählen. Jeder Zweite der in einer Studie der Fachhochschule Erfurt und der Topos Personalberatung Nürnberg befragten Studenten gab zudem an, mittelständische Unternehmen als zukünftige Arbeitgeber zu bevorzugen. Das Einstiegsgehalt rangierte als Auswahlkriterium dagegen nur im Mittelfeld.

Anhand welcher Kriterien wählen Studierende ihren zukünftigen Arbeitgeber? Diese Fragestellung war Ausgangspunkt einer umfangreichen Studie der Fachhochschule Erfurt und der Topos Personalberatung in Nürnberg, deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden. In einer bundesweiten Befragung von über 400 Studentinnen und Studenten verschiedenster Fachbereiche sollte zudem herausgefunden werden, welche Rolle für die künftigen Absolventen das Thema Work-Life-Balance spielt, wie präsent der Fachkräftemangel in den Köpfen der Studierenden ist. Und welche Unterschiede sich in Bezug auf Region, Geschlecht, Alter oder Abschluss der Befragten zeigen.

Gehalt rangiert nur im Mittelfeld
Befragt wurden Studierende verschiedenster Hochschuleinrichtungen – von Technischen Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien und Universitäten. Mit 36 Prozent waren Studenten der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften am stärksten vertreten, gefolgt von Ingenieurwissenschaften mit 31 Prozent und dem Fachbereich Mathematik/Naturwissenschaften mit 10 Prozent. Ein Viertel der Befragten gab an, bereits eine Berufsausbildung absolviert zu haben.

Als wichtigste Anforderungen an den künftigen Arbeitgeber wurden von den Studenten „Gutes Betriebsklima“, „Arbeitsplatzsicherheit“ sowie „Interessante Tätigkeiten“ angegeben. Das Gehalt rangierte bei der Kriterien-Gewichtung mit Platz 6 nur im Mittelfeld, was die Ergebnisse vergleichbarer Studien aus den vergangenen Jahren bestätigt. Die verschiedenen Gruppenfilter Ost-West, Mann-Frau ergaben nur geringe Unterschiede in der Bewertung von Auswahlkriterien. Lediglich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewichteten die weiblichen Befragten erwartungsgemäß stärker als ihre männlichen Kollegen.

Mittelständische Unternehmen bevorzugt
Für mittelständische Unternehmen zeichnet die Studie, so Prof. Steffen Schwarz von der Fachhochschule Erfurt, ein optimistisches Bild. So tendierten die Befragten im Osten eher zu kleineren und mittleren Unternehmen, die im Westen eher zu mittleren und großen Unternehmen. Jeder zweite Befragte habe angegeben, bei der Wahl eines künftigen Arbeitgebers mittelständische Unternehmen zu bevorzugen -bei den Männern sind es 45 Prozent, bei den Frauen sogar 55 Prozent. „Die Befragten versprechen sich im Mittelstand erklärtermaßen ein besseres Arbeitsklima, flachere Hierarchien, mehr Handlungsspielräume sowie größere Anerkennung“, erläutert der wissenschaftliche Betreuer des Projektes die detaillierten Studienergebnisse.

Als mögliche Nachteile wurden fehlende Aufstiegsmöglichkeiten, geringeres Gehalt und Arbeitsplatzunsicherheit angegeben. „Hier haben mittelständische Betriebe aber die Chance, künftige Absolventen vom Gegenteil zu überzeugen“, ist sich der Initiator der Studie, Carl Christian Müller von der Topos Personalberatung Nürnberg, sicher. Auch die von manchen Studenten geäußerte Befürchtung, mittelständische Unternehmen hätten keine internationalen Kontakte, entspräche ja nicht der heutigen Unternehmensrealität. Wenig informiert erwiesen sich die befragten Studenten auch in punkto Fachkräftemangel. „Obwohl in den Medien ein vieldiskutiertes Thema, gab mit 47 Prozent fast die Hälfte der Befragten an in ihrer präferierten Branche keinen Fachkräftemangel wahrzunehmen“, erläutert Prof. Schwarz.

„Sehr wirklichkeitsnah und positiv“ dagegen wertet Müller die erklärte Mobilität der künftigen Absolventen. Mit 88 Prozent würde eine überwältigende Mehrheit der befragten Studenten für ein attraktives Jobangebot auch einen Umzug in Kauf nehmen – Frauen gleichermaßen wie Männer. 37 Prozent der Studierenden würden sogar im Ausland ihr berufliches Glück suchen.

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