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July 21, 2014

War for talents: Wo sind die Talente, die die Tourismusbranche braucht?

(München, 21. Juli 2014) Bei einer hochkarätigen Podiumsdiskussion des Travel Industry Club Mitte Juli 2014 im Westin Grand in München kam eine Frage auf die Agenda, die derzeit vielen Branchen unter den Nägeln brennt: Wie kann die Attraktivität des Berufsfeldes erhöht werden? Das Thema Fachkräftemangel und Strategien, diesen zu beheben, bewegt schließlich auch die Tourismusbranche. Der Travel Industry Club beleuchtete den “War for Talents” aus unterschiedlichen Blickwinkeln und diskutierte diese Frage in einer mit fünf Experten hochkarätig besetzten Podiumsrunde.

War for talents - Dazu diskutierten (von links): Martin Pundt, CEO Continental Europe Holiday Extras; Prof. Dr. Helmut Wachowiak, Fachbereichsleiter Tourismusmanagement Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn; Silke Schamel, Area Director of Human Resources Germany South & Switzerland Starwood Hotels & Resorts; Moderator Ulf Brychcy, Director Corporate Communications BBDO Germany; Moritz von Petersdorff-Campen, GeschŠftsfŸhrer SuitePad GmbH, Nicola Vogt, Prokuristin w&p Wilde & Partner Public Relations GmbH

War for talents – Dazu diskutierten (von links): Martin Pundt, CEO Continental Europe Holiday Extras; Prof. Dr. Helmut Wachowiak, Fachbereichsleiter Tourismusmanagement Internationale Fachhochschule Bad Honnef – Bonn; Silke Schamel, Area Director of Human Resources Germany South & Switzerland Starwood Hotels & Resorts; Moderator Ulf Brychcy, Director Corporate Communications BBDO Germany; Moritz von Petersdorff-Campen, GeschŠftsfŸhrer SuitePad GmbH, Nicola Vogt, Prokuristin w&p Wilde & Partner Public Relations GmbH

In seinem Impulsvortrag machte Steffen Gemmel, Director München der Personalberatung Michael Page, eines deutlich: Erfolgreiches Personalmanagement dürfe sich nicht nur auf die Rekrutierung konzentrieren, sondern es gehe auch darum, Mitarbeiter zu entwickeln und dadurch zu binden. Die Palette der Maßnahmen sei breit gefächert und reiche von materiellen Anreizen und Weiterbildungsmöglichkeiten bis zu schlichter menschlicher Anerkennung. Wobei im Zeitalter der “Generation Y” laut Gemmel die “rein finanziellen Anreize an Gewicht verloren haben”.

Ulf Brychcy, Director Corporate Communications bei BBDO Germany, der die Diskussion leitete, stellte anschließend die Kernfrage: “Wo findet die Tourismusbranche die Talente, die sie braucht?” Silke Schamel, Area Director of Human Resources Germany South & Switzerland bei Starwood Hotels & Resorts, betonte in ihrer Antwort zunächst den Stellenwert der brancheneigenen Ausbildung: “Wir müssen mehr Attraktivität für unsere Berufe kreieren.” Es gelte vor allem, die vielfältigen Karrieremöglichkeiten und die Internationalität des Berufsfeldes herauszustellen. “Dabei können wir gar nicht früh genug anfangen – am besten gleich in der Schule.” Auch Seiteneinsteiger – bis zur Bäckereifachverkäuferin – könnten für die Branche gewonnen werden. Diesen Aspekt erläuterte auch Moritz von Petersdorff-Campen, Geschäftsführer der SuitePad GmbH in Berlin.

Nicola Vogt, Prokuristin bei Wilde & Partner Public Relations, verwies hingegen auf die Hochschulabsolventen als potentielles Reservoir. Die einschlägigen Studiengänge könnten mittlerweile viele, sehr gut qualifizierte, Bewerber zur Verfügung stellen. Allerdings müsse man diesen jungen Menschen im Zeitalter der Praktika und befristeten Verträge eine längerfristige Perspektive bieten, um sie zu überzeugen. Auch Prof. Dr. Helmut Wachowiak, Fachbereichsleiter Tourismusmanagement an der Internationalen Hochschule Bad Honnef, argumentierte in diese Richtung und berichtete, dass der von ihm betreute Studiengang in den letzten 30 Jahren von 25 auf über 3.200 Studenten angewachsen sei. Eine Tourismusausbildung sei für viele Jugendliche attraktiv, auch wegen der internationalen Perspektiven: 25 bis 30 Prozent der Absolventen gehen – und hier liege ein Problem für die deutsche Touristikbranche – nach dem Abschluss zunächst einmal ins Ausland.

Im umgekehrten Weg, der Rekrutierung von ausländischen Fachkräften – vor allem aus Europa – für deutsche Unternehmen, sieht Martin Pundt eine Möglichkeit, die noch zu wenig genutzt werde. Allerdings spielen hier auch bürokratische Hindernisse eine Rolle, die allzu oft von politischer Rhetorik verdeckt würden. Als Beispiel nannte Pundt das Programm zur Gewinnung von Auszubildenden aus Spanien. “Das wurde nach der Bundestagswahl sang- und klanglos eingestellt. Ich war bitter enttäuscht.”

Bei einem Aspekt waren sich alle Diskutanten einig: Die Attraktivität des Berufsfeldes Touristik muss mehr und besser kommuniziert werden. Dies sei “eine Aufgabe, bei der wir alle einem Strang ziehen müssen”, brachte Silke Schamel die Runde auf den Punkt.

One Comment on “War for talents: Wo sind die Talente, die die Tourismusbranche braucht?

Frank Bergert
July 21, 2014 at 5:09 pm

Ich verstehe diesen Artikel nicht. Ständig höre ich den Begriff Fachkräftemangel in der Tourismusindustrie und frage mich welche Art von Fachkräften denn hier gesucht werden. Ich habe mein Leben lang, überwiegend in verschiedenen Hotels in Asien gearbeitet, habe Erfahrungen in der Leistungserstellung von Individualreisen und bin 2011 nach fast 20 jähriger Auslandstätigkeit nach Deutschland zurückgekehrt. Schon damals hörte ich den Begriff “Fachkräftemangel” und habe aus diesem Grund, mit der Hoffnung auf bessere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt, meinen Abschluss zum Touristikfachwirt (IHK) nachgeholt. Das ich umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse gerade auf touristischem Gebiet besitze muss ich nicht näher erklären. Desto mehr wundert es mich das auf Grund des Mangels an Fachkräften sogar Quereinsteiger, auch “Verkäuferinnen”, dringend gesucht werden sollen. Ich jedenfalls bewerbe mich seit Monaten, ohne Erfolg, auf die verschiedensten Stellen bei Veranstaltern, Reisemittlern und in der Hotel Branche. Umso mehr ist mir eine derartige Diskussion völlig unklar und ich sehe diese mit meinen 51 Jahren trotz meiner eher jugendlichen Art- und Ausstrahlung als Verhöhnung.

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